Ausbildungsvertrag


Der Ausbildungsvertrag wird zwischen Ausbilder (patron-formateur) und Auszubildendem (apprenti) abgeschlossen. Der Ausbildungsvertrag wird dem Ausbildungsbetrieb von der Landwirtschaftskammer zugestellt. Er wird in 5 Exemplaren angefertigt und muss von beiden Parteien unterschrieben werden. Falls der Auszubildende bei Vertragsabschluss noch minderjährig ist, ist neben seiner Unterschrift auch die seines gesetzlichen Vertreters (zumeist ein Elternteil) erforderlich. Stichdatum für Ausbildungsverträge ist jeweils der 1. November.

Der Ausbildungsvertrag sieht eine Probezeit von bis zu 3 Monaten vor. Innerhalb der Probezeit ist es beiden Vertragspartnern gestattet, ohne Anspruch auf Schadenersatz, ohne Kündigungsfrist und ohne Angabe des Kündigungsgrundes vom Ausbildungsvertrag zurückzutreten. Die zuständigen Berufskammern müssen der Vertragsauflösung jeweils im Vorfeld zustimmen. 

Der Auszubildende muss sich einer medizinischen Untersuchung beim Arbeitsmediziner unterziehen. Der Ausbildungsbetrieb muss diese Untersuchung innerhalb der ersten beiden Monate nach Vertragsabschluss in die Wege leiten. Diese Untersuchung ist für den Auszubildenden kostenlos. 

Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausbildungsvertrag von beiden Parteien gekündigt werden, falls einer der gesetzlich festgelegten Kündigungsgründe vorliegt, die auf der Rückseite des Vertrags aufgeführt sind. Die Kündigung muss dem Ausbildungsberater schriftlich mitgeteilt werden. In jedem Fall ist die Zustimmung der Berufskammern erforderlich, damit die Kündigung wirksam wird. Der Vertrag kann aber auch unter bestimmten Voraussetzungen durch die zuständigen Berufskammern selbst beendet werden. 

Falls eine der beiden Parteien eine Auflösung des Vertrages beantragt, organisiert der Ausbildungsberater ein Treffen mit dem Ziel, zwischen beiden Parteien zu vermitteln. Sollte dieser Vermittlungsversuch scheitern, wird eine Sitzung der für Streitfälle zuständigen Kommission (commission de litige) einberufen. Diese entscheidet, ob dem Vertragsauflösungsgesuch stattgegeben wird. Falls der Vertrag nicht aufgelöst wird, kann die jeweilige Partei beim Arbeitsgericht Klage gegen diese Entscheidung einreichen. 

Da sich die Berufsausbildung aus zwei untrennbaren Teilen zusammensetzt (Schule und Betrieb), ergibt sich aus der Auflösung des Ausbildungsvertrags auch das Ende der schulischen Ausbildung, es sei denn, der Auszubildende findet innerhalb eines Monats einen neuen Ausbildungsbetrieb. 


Ausbildungsbeihilfen

Der Ausbildungsbetrieb hat Anspruch auf die Rückerstattung eines Betrags in Höhe von 27% (DAP) bzw. 40% (CCP) der gesetzlich bestimmten Lehrlingsvergütung. Darüber hinaus erstattet der Beschäftigungsfonds dem Ausbildungsbetrieb den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben in Bezug auf die Lehrlingsvergütung. 


Ausbildungsberater

Der Ausbildungsberater (conseiller à l’apprentissage) steht sowohl dem Auszubildenden als auch dem Ausbildungsbetrieb bei sämtlichen Fragen zur Ausbildung zur Seite. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vermittlung bei Schwierigkeiten und Unregelmässigkeiten während der Ausbildung.


Zuständig für die Ausbildungsberufe im Gartenbau:
Chantal Daubenfeld
Chambre des Métiers; B.P. 1604; L-1016 Luxembourg
Tel: 42 67 67-225;
Mobil: 621 203 059;

Dienstleistungen für eine nachhaltige Landwirtschaft