Beratung 21/05/2015

Vorstellung der Aktivitäten der LWK im Wasserschutz im Rahmen der Visite von Großherzog Henri auf dem Betrieb Ludovicy


Die Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer betreuen im Auftrag von Gemeinden bzw. Gemeindesyndikaten derzeit rund 6.000 von insgesamt ca. 15000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in zukünftigen Wasserschutzgebieten. Dabei stellen die Berater das Bindeglied zwischen den Wasserversorgern und der landwirtschaftlichen Praxis dar. In dieser Funktion sind sie als Vermittler tätig. Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen bilden dabei den Ausgangspunkt der eigentlichen Beratungstätigkeit. Die Berater begleiten und unterstützen die Landwirte ganzjährig bei der Umsetzung von Wasserschutzmaßnahmen. Dazu gehören die von den Beratern ausgearbeiteten betriebsindividuellen Maßnahmenpläne, die sowohl der jeweiligen Situation der Betriebe als auch den Zielvorgaben der Wasserversorger hinsichtlich der Wasserqualität Rechnung tragen. Durch diese Vorgehensweise werden Win-Win-Situationen angestrebt, die dazu beitragen, die Wasserversorgung langfristig abzusichern. Unsere Erfahrungen aus mittlerweile 20 Jahren Wasserschutzberatung zeigen, dass sich produktive Landwirtschaft und Wasserschutz nicht zwangsläufig  widersprechen müssen. Über den Zwischenfruchtanbau wird z.B. eine ganzjährige Bodenbedeckung sichergestellt, die überschüssige Nährstoffe über die Wintermonate bindet, sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt und außerdem einen effektiven Erosionsschutz darstellt. Mit angepassten bzw. innovativen Bodenbearbeitungstechniken lässt sich die Stickstoff-Freisetzung im Boden besser an den Bedarf der Kultur anpassen. Die Auswaschungsverluste werden so minimiert. Die Kombination dieser und weiterer Wasserschutzmaßnahmen erfolgt im Rahmen einer gebietsspezifischen Beratungsstrategie, die in engem Kontakt mit den Wasserversorgern abgestimmt wird. Eine wichtige Rolle kommt in diesem Zusammenhang den staatlichen Agrar-Umwelt-Programmen (AUP) zu, über die die Landwirte für ihren Kostenmehraufwand bzw. ihren Minderertrag entschädigt werden. Von zentraler Bedeutung in der Wasserschutzberatung sind ohne Zweifel das Nährstoffmanagement (Düngeplanung) sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Bei der betrieblichen Düngeplanung werden für jede Parzelle detaillierte Düngungsempfehlungen ausgearbeitet. Ziel ist es die Wirtschaftsdünger (Mist, Gülle) möglichst effizient einzusetzen und den Einsatz von Mineraldünger sowohl zeitlich als auch mengenmäßig optimal an den Bedarf der Kultur anzupassen. Hierbei ist neben der Düngerart auch die Wahl der Ausbringungstechnik entscheidend um Nährstoffverluste reduzieren zu können. Bodenproben helfen dabei, die Düngungspraxis zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern. Die Pflanzenschutzberatung durch die Wasserschutzberater ist ein wichtiges Instrument um unerwünschte Einträge ins Grundwasser zu vermeiden. Feldbegehungen, der regelmäßige Wirkstoffwechsel sowie der bedarfsangepasste Einsatz von alternativen, wasserschutzverträglichen Produkten helfen dabei, dieses Ziel zu erreichen. Zusätzlich werden derzeit alternative Unkrautbekämpfungsstrategien in der Praxis getestet, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mittelfristig reduzieren zu können. Den Landwirten werden außerdem über themenspezifische Schauversuche bzw. Feldbegehungen die neuesten für den Wasserschutz relevanten Anbauverfahren und -techniken näher gebracht.



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Dienstleistungen für eine nachhaltige Landwirtschaft