Tankmischungen AHL

Pflanzenschutz > Allgemeines > Tankmischungen

Tankmischungen

Neben den eigentlichen Wirkstoffen sind in Pflanzenschutzmitteln noch Formulierungsstoffe enthalten, die sowohl die Wirkung als auch die Löslichkeit des Produktes beeinflussen. Die nachfolgende Tabelle enthält die einzelnen Formulierungstypen:

Formulierung Bedeutung Löslichkeit
WG Wasserdispergierbares Granulat Feste Stoffe in Granulatform
WP Wasserdispergierbares Pulver Feste Wirkstoffe in Kombination mit Trägermaterial, Dispergier- und Netzmitteln fein vermahlen
SC Suspensionskonzentrat Stabile Suspension von festen Wirkstoffen in Wasser
EW Emulsion Öl in Wasser Org. Lösungsmittel ganz oder teilweise durch Wasser ersetzt
EC Emulgierbares Konzentrat Lösung von festen oder flüssigen Wirkstoffen in org. Lösungsmitteln
SL Wasserlösliches Konzentrat Konzentrierte Lösung von Wirkstoffen in Wasser oder wassermischbaren Lösungsmitteln

Generell sollten nur Tankmischungen eingesetzt werden, die von den Herstellern ausdrücklich empfohlen werden. Bestimmte Faktoren wie z.B. niedrige Temperatur, kalkhaltiges Wasser, niedriger pH-Wert der Spritzbrühe können zu Mischbarkeitsproblemen führen. Es kann daher ratsam sein, die Mischbarkeit zuerst in einem kleinen (am besten durchsichtigen) Behälter (z.B. Plastikflasche) zu überprüfen.

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine genaue Reihenfolge bei der Zugabe der einzelnen Komponenten zu achten (siehe unten). Das erste Produkt sollte bei halbvoller Spritze und eingeschaltetem Rührwerk zugegeben werden. Vor der Zugabe des nächsten Produktes, sollte das vorherige Produkt jeweils vollständig aufgelöst worden sein. Sollte es zu Ausfällungen kommen (z.B. bei der Zugabe von EC-Formulierungen, Öl, Flüssigdünger oder Spurenelementen), sollte ein (nicht ionisches) Netzmittel zugegeben werden sowie möglichst viel Wasser. Tankmischungen sollten sofort ausgebracht werden, um ein Entmischen zu verhindern.

Reihenfolge bei der Herstellung von Tankmischungen

Wegen der unterschiedlich ausgeprägten Löslichkeit der einzelnen Komponenten, empfiehlt sich das Mischen in folgender Reihenfolge:

  1. Wasserlösliche Folienbeutel
  2. WG- und WP-Formulierungen
  3. SC-Formulierungen
  4. SE-Formulierungen
  5. EW- und EC-Formulierungen, Öle
  6. Netzmittel, Formulierungshilfsstoffe
  7. SL-Formulierungen
  8. Flüssigdünger und Spurenelemente

Mischungen von CS-Formulierungen mit SL- oder EC-Formulierungen sollten wegen möglicher Löslichkeitsprobleme unterlassen werden.