Getreide Raps Kartoffeln Leguminosen

Pflanzenschutz > Fungizide > Kartoffeln

Fungizide in Kartoffeln

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die in Luxemburg in Kartoffeln zugelassenen Beizmittel.

Produkt Wirkstoff gegen Dosis
Diabolo SL 100 g/l Imazalil Fusarium, Silberschorf, Trockenfäule 150 ml/to
Dithane M45 WP 80% Mancozeb 2,8 kg/to
Dithane WG WP 75% Mancozeb 3 kg/to
Monceren 12,5% Pencycuron Rhizoctonia 200 g/dt
Quelle: ASTA

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die in Luxemburg in Speise- und Pflanzkartoffeln zugelassenen Fungizide. Dabei ist zu beachten, dass das Produkt Contans WG der Bekämpfung von Sclerotinia dient und keine Wirkung auf die Krautfäule hat.

Produkt MoA** Formulierung Wirkstoffe Dosis
Acrobat Extra WG F5, M3 WG 7,5% Dimetomorph + 67,7% Mancozeb 2,0-2,5 kg/ha
Antracol 70 WG* M3 WG 70% Propineb 1,8 kg/ha
Aviso WG U27, M3 WG 4,8% Cymoxanil + 64% Metiram 2 kg/ha
Bouillie bordelaise RSR M1 WP 20% Kupfersulfat 25 kg/ha
Bravo M5 SC 500 g/l Chlorothalonil 2,25-3,0 l/ha
Champ Flo Ampli M1 SC 360 g/l Kupferhydroxid 14 l/ha
Compo Fongicide pommes de terre* U27, M3   4,8% Cymoxanil + 64% Metiram 2 kg/ha
Contans WG   WG 100 g/kg Coniothyrium minitans 2 kg/ha
Cupravit forte M1 WP 50% Kupferoxychlorid 4-5 kg/ha
Cuprex 50% M1 WP 50% Kupferoxychlorid 4-5 kg/ha
Curzate M U27, M3 WG 4,5% Cymoxanil + 65% Mancozeb 2 kg/ha
Cymbal 45 U27 WG 45% Cymoxanil 0,2-0,25 kg/ha
Dithane M45 M3 WP 80% Mancozeb 2-4 kg/ha
Electris Pro B3, M3 WG 6,15% Zoxamid + 68,9% Mancozeb 1,5-1,8 kg/ha
Epok 600 EC C5, A1 EC 400 g/l Fluazinam + 200 g/l Metalaxyl-M 0,375-0,5 l/ha
Fubol Gold A1, M3 WG 4% Metalaxyl-M + 64% Mancozeb 2,5 kg/ha
Hermozeb 80 WP M3 WP 80% Mancozeb 2-3 kg/ha
Infinito U9, F4 SC 62,5 g/l Fluopicolide + 625 g/lPropamocarbe 1,2-1,6 kg/ha
Kocide Opti M1 WG 30% Kupferhydroxid 6,6-8,3 kg/ha
KB Bouillie bordelaise M1 WP 20% Kupfersulfat 10-12,5 kg/ha
Koperhydroxide 40% M1 WG 40% Kupferhydroxid 4-6,25 kg/ha
Manex* M3 SC 480 g/l Maneb 2,2-2,7 l/ha
Ohayo C5 SC 500 g/l Fluazinam 0,3-0,4 l/ha
Penncozeb M3 WG 80% Mancozeb 2-3 kg/ha
Penncozeb 75 WG M3 WG 75% Mancozeb 2,1-3,2 kg/ha
Ranman C4 SC 400 g/l Cyazofamid 0,2 l/ha
Revus F5 SC 250 g/l Mandipropamid 0,6 l/ha
Ridomil Gold Spécial 68 WP A1, M3 WP 4% Metalaxyl-M + 64% Mancozeb 2,5 kg/ha
Shirlan C5 SC 500 g/l Fluazinam 0,3-0,4 l/ha
Tattoo C F4, M5 SC 375 g/l Propamocarb + 375 g/l Chlorothalonil 1,5 l/ha
Valbon F5, M3 WG 1,75% Benthiavalicarb + 70% Mancozeb 1,6 kg/ha
Quelle: ASTA
**: MoA = Mode of Action (Wirkmechanismus) laut FRAC (Fungicide Resistance Action Committee)
*: Zulassung läuft aus. Restbestände dürfen bis zum 31/12/10 (Antracol), 31/01/2011 (Compo) bzw. 30/06/2011 (Manex) angewendet werden.

Kontaktmittel (z.B. Manex, Polyram) verhindern die Keimung der Sporen. Sie müssen grundsätzlich vorbeugend (präventiv) eingesetzt werden und verhindern durch einen dichten Belag auf der Blattoberfläche ein Eindringen der Sporen ins Blatt. Der Blattneuzuwachs wird nicht geschützt. Sie sollten deshalb vornehmlich bei geringem bis normalem Krautwachstum eingesetzt werden. Kontaktmittel sollten außerdem vorrangig in Trockenperioden und bei geringem Infektionsdruck zum Einsatz kommen. Höhere Niederschläge von über 20 mm waschen den Spritzbelag ab, so dass eine erneute Behandlung notwendig wird. Das gleiche gilt, wenn innerhalb drei Stunden nach einer Behandlung Niederschläge fallen.

Zwischen den einzelnen Wirkstoffen innerhalb der Gruppe der Kontaktfungizide gibt es allerdings Unterschiede in der Regenfestigkeit. Mancozeb (Dithane M45, Hermozeb, Penncozeb) wird aufgrund seiner höheren Löslichkeit besser weiterverteilt als Chlorothalonil (Bravo) und besitzt daher einen größeren Wirkungsbereich auf dem Blatt. Bravo ist jedoch regenbeständiger und daher bei unbeständiger Witterung sicherer als Mancozeb-Produkte. Mittel auf Maneb-Basis (Manex) sind von der Regenbeständigkeit her etwas schlechter als die Mancozeb-Produkte.

Da bei jungem Kartoffelkraut Verträglichkeitsprobleme bestehen, sollte bei den ersten beiden Behandlungen auf Kupfermittel verzichtet werden.

Teilsystemische Mittel (Aviso, Acrobat) bestehen aus einem Kontaktwirkstoff und einem teilsystemischen Wirkstoff. Letzterer wird im Blatt verteilt. Deshalb können diese Mittel auch früh (in der aktiven Wachstumsphase der Kartoffelbestände – bei mittlerem Krautwachstum) eingesetzt werden. Allerdings werden neue Blätter nicht geschützt. Die Regenbeständigkeit ist besser als bei reinen Kontaktmitteln, so dass teilsystemische Mittel bei unbeständiger Witterung interessant sind. Dabei ist Acrobat allerdings etwas regenbeständiger als Aviso. Sie besitzen neben ihrer präventiven Wirkungsweise auch eine rückwirkende, heilende (kurative) Wirkung von 1-2 Tagen, d.h. dass 1-2 Tage alte Infektionen noch bekämpft werden können. Außerdem zeichnen sich die Mittel dieser Gruppe gegenüber den reinen Kontaktmitteln durch eine kürzere Antrocknungszeit von 1-2 Stunden aus.

Systemische Mittel (Ridomil, Epok, Tattoo C) bestehen aus einem Kontaktwirkstoff und einem systemischen Wirkstoff. Letzterer wird in der ganzen Pflanze verteilt, so dass auch der Neuzuwachs geschützt ist. Diese Mittel sollten in der vorderen Hälfte der Spritzfolge bei unbeständiger Witterung und hohem Krautwachstum eingesetzt werden. Sie besitzen eine kurative Wirkung von bis zu 3-4 Tagen. Die Antrocknungszeit liegt bei 1-2 Stunden. Der Einsatz von Ridomil und Epok sollte aber aufgrund der starken Resistenzgefahr bei diesen Mitteln möglichst auf 2 Spritzungen pro Jahr beschränkt werden. Ridomil und Epok sollten außerdem wegen der Gefahr der Resistenzbildung nicht bei bereits vorhandenem Befall angewendet werden.

Behandlung von Kartoffeln im Lager

Zur Behandlung von Speise- und Pflanzkartoffeln gegen Silberschorf und Trockenfäule gibt es noch das folgende Produkt:

Produkt Wirkstoffe Dosis
Lirotect Super 250 g/l Thiabendazol + 125 g/l Imazalil 120 ml/to
Quelle: ASTA