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Stoppelbearbeitung
Bei der derzeitigen Situation auf den Getreidemärkten wird es immer wichtiger kostengünstig zu produzieren. Die reduzierte Bodenbearbeitung ermöglicht dabei eine deutliche Kosteneinsparung. Hierbei wird nicht nur Arbeitszeit eingespart, sondern es ist auch einen wesentlich geringeren Verschleiss und Kraftstoffverbrauch zu verzeichnen.
Ziele einer guten Stoppelbearbeitung:
- Erreichen eines sicheren Auflaufens der Unkraut- und Ausfallsamen der Vorfrucht (indirekte Unkrautbekämpfung)
- Brechen der Kapillarität (um ein Austrocknen des Bodens zu verhindern)
- sauberes Einarbeiten von Ernterückständen (zur Beschleunigung des Abbaus)
Wird die Folgefrucht ohne vorheriges Pflügen (d.h. Mulchsaat) eingesät, übernimmt die Stoppelbearbeitung darüber hinaus die Aufgabe der Lockerung, Einebnung und Saatbettbereitung. Um optimale Auflaufbedingungen zu schaffen und unnötige Wasserverdunstung zu vermeiden ist eine möglichst flache (5 cm) erste Stoppelbearbeitung ideal. Je nach Gerät bestehen bei dieser Arbeitstiefe jedoch Probleme mit der Einarbeitung der Ernterückstände. Um die Rotte zu verbessern wird deswegen häufig zu tief gearbeitet.
Stoppelbearbeitung nach Raps
Wichtig ist eine optimale Strohquerverteilung bei der Ernte. Raps darf bei der ersten Stoppelbearbeitung nicht vergraben werden, da der Rapssamen sonst nicht keimt und mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Nach der Ernte sollte daher eine flache Stoppelbearbeitung erfolgen (3-4 cm). Bei Trockenheit sollte die Bearbeitung unterbleiben bis Niederschläge folgen. Keinesfalls darf Restfeuchte aus 5 cm und mehr hochgeholt werden. Stoppelumbruch unter feuchten Bedingungen ist hingegen bei einer Arbeitstiefe von 5 cm problemlos möglich. Bei feuchter und wechselhafter Witterung sollte die Stoppelbearbeitung aber erst erfolgen, wenn der erste Aufwuchs etwa handbreit hoch ist.
Stoppelbearbeitung nach Getreide
Auch hier sollte der erste Bearbeitungstermin möglichst bald nach der Ernte erfolgen. Um die Keimstimulierung von Ausfallgetreide und Unkrautsamen zu verbessern, sollte eine nachlaufende Walze den Keimhorizont rückverfestigen. Dies ist besonders bei nachlassender Feuchte wichtig. Wie im Raps sollte auch im Getreide nicht zu tief gearbeitet werden, da die Ausfallsamen sonst in der Keimruhe verharren. Nach der ersten flachen Stoppelbearbeitung kann dann tiefer gearbeitet werden.