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Kompostierung von Festmist
Erfahrungen aus der Düngeberatung zeigen, dass durch die oft einseitige organische Düngung des Ackerlandes, das Dauergrünland im Vergleich zum Ackerland bei Phosphor und Kalium meist unterversorgt ist. Dabei muss man sich bewusst sein, das die Nährstoffe aus Gülle und Mist überwiegend vom Grünland stammen! Aus diesem Grund sollten diese Dünger auch weitgehend wieder dorthin zurückgeführt werden. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Mistkompostierung. Durch die Kompostierung kann man bei gezieltem Einsatz erhebliche Kosten v.a. bei der Grunddüngung einsparen. Die Vorteile von Mistkompost sind u.a.:
- Verringerung der Geruchsbildung: Ausbringung in bewohnten Lagen möglich
- Hygienisierung durch Erhitzung (60-70°C): Unkrautsamen und Keime sterben ab
- homogenes Produkt mit krümeliger Struktur: bessere Verwertung auf Grünland als Frischmist
- Ausbringung in allen Kulturen möglich, sogar in den stehenden Bestand bzw. während der Beweidung
- Schmackhaftigkeit und Qualität des Grases werden nicht beeinträchtigt
- weitgehende Nährstoffrückführung durch Kompostausbringung auf Grünland
Bei Frischmistausbringung im Grünland kommt es zu oft Verunreinigungen des Futters, weil das Stroh noch nicht vollständig verrottet ist. Ausserdem können "Mistpakete" zu Schäden an der Grasnarbe führen. Um diesen Problemen zu entgehen wird der anfallende Mist meist über die Wintermonate auf die Maisparzellen verteilt. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Dies sollte allerdings nicht mehr kurz vor der Maissaat erfolgen, da sonst die Mineralisation und damit die Stickstoffnachlieferung aus dem Mist z.T. zu spät für die Maispflanze eintritt. Somit geht wertvoller Stickstoff verloren! Hohe Reststickstoffwerten nach der Maisernte sind das Resultat. Der Einsatz von Mistkompost auf Grünland ist dagegen weitaus effizienter.
Um Mist problemlos auf dem Grünland einzusetzen, sollte er kompostiert werden. Dazu sollte er in Feldmieten zwischengelagert werden. Dabei muss folgendes beachtet werden:
- Breite: max. 3,5 m
- Höhe: max. 1,5 m
- Der Mist muss frei von Bindegarn und Netzen sein!
Nachdem der Mist einige Zeit zwsichengelagert wurde, sollte er belüftet werden, um den Rotteprozess zu fördern. Dies geschieht mit einem Kompostumsetzer. Beim anschliessenden Rotteprozess, der etwa 6-8 Wochen dauert, reduziert sich das Ausgangsvolumen um etwa 50%, und das ohne nennenswerte Nährstoffverluste. Wegen der höheren Nährstoffkonzentration des Mistkompostes dürfen nur etwa 20 to/ha ausgebracht werden. Um diese geringen Mengen sauber ausbringen zu können ist ein Breitstreuer nötig.
Die Landwirtschaftskammer organisiert jedes Jahr zwei Kompostierungsaktionen. Diese erfolgen in der Regel Ende Januar/Anfang Februar und im Juni. Falls Sie Interesse an der Kompostierung haben, können sie bei uns weitere Informationen zu diesem Thema erhalten.