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Empfehlungen zur organischen Düngung

Die Ausbringung organischer Dünger ist heute stark reglementiert (vergleiche Rubrik "Verordnungen"). Die Auflagen betreffen sowohl Höchstmengen als auch Ausbringungstermine. Für die Landwirte, die die Landschaftspflegeprämie beantragt haben, sind diesbezüglich die im folgenden Dokument festgehaltenen Auflagen bindend: Ausbringungstermine für organische Dünger im pdf-Format (16 kB).

Als Höchstmenge gelten derzeit 170 kg/ha Gesamtstickstoff aus organischer Düngung. Teilt man diese 170 kg durch den Stickstoffgehalt des jeweiligen organischen Düngers, so erhält man die maximal zulässige Menge, die pro Saison ausgebracht werden darf. Liegt keine Analyse vor, so muss man sich anhand der Tabelle aus der Broschüre zur Landschaftspflegeprämie orientieren. Diese Tabelle enthält die durchschnittlichen Analysewerte, die im ASTA-Labor in Ettelbrück ermittelt wurden.

Zur Ermittlung des Anfalls an org. Dünger können Sie das folgende Excel-Sheet benutzen: Berechnung des Anfalls an org. Dünger.

Download: Analyseformular für org. Dünger

Gülle

Die organische Düngung sollte generell vorrangig dem Grünland vorbehalten sein, da die Nährstoffe in Gülle und Mist hier ihren Ursprung haben. Wie aber kann bzw. sollte die organische Düngung auf Ackerland geplant werden? Oft wird im Herbst zu Wintergetreide Gülle ausgebracht um den Güllebehälter noch vor dem Winter weitgehend zu entleeren. Dies ist problematisch, wenn die Kultur diese Nährstoffe nicht oder nur in geringem Masse binden kann. Sinnvoll ist eine Gülledüngung im Herbst eigentlich nur zu Zwischenfrüchten, Raps und Wintergerste. Bei ähnlich früh gesätem Wintergetreide ist eine Gülledüngung im Herbst auch noch zu vertreten. Ansonsten kommt im Herbst eigentlich nur noch das Grünland in Frage, wenn es darum geht, Gülle sinnvoll einzusetzen. Intensiv genutzte Weiden bieten hier nach dem letzten Weidegang z.B. eine relativ günstige Möglichkeit zur Gülleverwertung. Diese Parzellen werden ansonsten eher selten gegüllt und können die Nährstoffe aus der Gülle je nach Witterungsbedingungen auch noch gut umsetzen. Die auf Grünland zulässigen Höchstmengen an Gülle sind in der nachfolgenden Tabelle festgehalten. Die einzelnen Güllegaben sollten dabei 20 m3/ha nicht überschriten, da diese Menge ungefähr den Bedarf eines Schnittes an P, K und Mg deckt. Auch für Getreidekulturen reicht diese Menge in der Regel aus.

Grünlandnutzung Höchstmengen*
Feldfutter (3-4 Schnitte) 40 m3/ha
Wiese (2-3 Schnitte) 40 m3/ha
Mähweide3 (3 Schnitte + Weide) 35-40 m3/ha
Mähweide2 (2 Schnitte + Weide) 30-35 m3/ha
Mähweide1 (1 Schnitt + Weide) 20-25 m3/ha
Weide 15-20 m3/ha
*: Diese theoretischen Höchstmengen beziehen sich auf eine Gülleanalyse vo 4,25 kg/m3 N.

Stallmist

Stallmist wird entweder zur Herbstsaat ausgebracht oder über die Wintermonate bis ins Frühjahr zu den Sommerkulturen. Dabei gilt es zu beachten, dass bei Rottemist nur etwa die Hälfte der sonst geltenden Höchstmengen ausgebracht werden dürfen, da durch den Rotteprozess das Volumen im Vergleich zu Frischmist um etwa 50% reduziert wird. Während die Mistdüngung im Herbst bzw. über die Wintermonate bedenkenlos ist, so sollte Mist ab März - wenn überhaupt - nur noch in geringen Mengen ausgebracht werden, da die Freisetzung des Stickstoffs aus Frischmist sehr spät einsetzt. Eine Mistdüngung Ende April kurz vor der Maissaat ist daher äusserst problematisch, weil die Stickstoffnachlieferung aus dem Mist zu spät erfolgt und deshalb zeitlich nicht mit dem Bedarf der Kultur übereinstimmt. Resultat sind meist hohe Reststickstoffwerte nach der Ernte. Um dies zu vermeiden, kann man z.B. anstatt der üblichen 35-40 to/ha Mist nur die Hälfte davon ausbringen und mit 15-20 m3/ha Gülle ergänzen. Der sofort verfügbare Güllestickstoff beschleunigt dabei den Strohabbau und somit auch die N-Freisetzung aus dem Mist. Eine andere Möglichkeit wäre ganz auf die Mistdüngung zu verzichten und den ab März anfallenden Mist zwischenzulagern und als Rottemist im Herbst auszubringen. Daneben kann der Mist auch kompostiert werden und anschliessend auf Grünland eingesetzt werden (vergleiche Beitrag über Mistkompostierung).