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Empfehlungen zur Kalkdüngung
Kalk hat vielfältige Auswirkungen auf den Boden. Er verbessert u.a. die Bodenstruktur und die Nährstoffverfügbarkeit (Spurenelemente) und schafft günstige Bedingungen für ein intensives Bodenleben. Die folgende Tabelle gibt die anzustrebenden pH-Werte an, die sich je nach Nutzung und Bodenart unterscheiden.
| Bodenart | Region | pH-Bereich |
|---|---|---|
| Ackerland | ||
| leicht | 5,5-6,0 | |
| mittel | Ösling | 5,5-6,0 |
| mittel | Gutland | 5,8-6,5 |
| schwer | 6,0-7,0 | |
| Grünland | ||
| leicht | bis pH 5,0 | |
| mittel | bis pH 5,5 | |
| schwer | bis pH 5,8 |
- Kalkliebende Pflanzen: Gerste, Weizen, Futterrüben
- Säureliebende Kulturen: Hafer, Roggen, Kartoffeln, Rotklee, Weissklee
Wichtig bei der Kalkdüngung ist, sie immer zeitversetzt zur organischen Düngung durchzuführen, da es sonst zu Ammoniakverlusten kommen kann. Bei Erhaltungskalkungen sollten die Gaben zwischen 500-1000 kg/ha CaO liegen (d.h. alle 3-5 Jahre 1-2 to/ha CaCO3). Langsam wirkende Kalkformen (CaCO3, MgCO3), wie z.B. Kohlensaurer Magnesiumkalk reichen dabei völlig aus. Hierzu gehören z.B. die Kalkdünger Miramag und Dolomag. Bei einer Gesundungskalkung (also wenn der pH-Wert sehr niedrig ist) sollte alle 2-3 Jahre gekalkt werden bis der optimale pH-Wert erreicht ist. In diesem Fall kann ein schnell wirkender Kalkdünger, wie z.B. Branntkalk (CaO) von Vorteil sein. Eine Kombination der beiden Kalkformen CaO (25%) und CaCO3 (75%) stellt das Produkt Calcio dar.
Entscheidend für die schnelle Wirkung ist neben der Kalkform auch die Mahlfeinheit. Je feiner der Kalk gemahlen ist, desto schneller wirkt er auch. Für Erhaltungskalkungen könnten somit theoretisch auch grob gemahlene Kalkdünger in Frage kommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei diesen groben Kalkdüngern jedoch oft relativ schlecht. Für Gesundungskalkungen sollte auf leichten Standorten wegen deren geringen Pufferkapazität möglichst kein Branntkalk eingesetzt werden, da es sonst leicht zu Überkalkungen kommt. Auf mittleren und schweren Böden können dagegen Branntkalk oder fein gemahlene Kalkdünger eingesetzt werden.
Die benötigten Kalkmengen werden immer in dt/ha CaO ausgedrückt. Die auf einigen Kalkdüngern enthaltenen Angaben in dt/ha CaCO3 bzw. MgCO3 können Sie mit den folgenden Formeln in CaO bzw. MgO umrechnen und umgekehrt:
- Gehalt an CaCO3 x 0,56 = Gehalt an CaO
- Gehalt an CaO x 1,79 = Gehalt an CaCO3
- Gehalt an MgCO3 x 0,48 = Gehalt an MgO
- Gehalt an MgO x 2,09 = Gehalt an MgCO3
Um den Neutralisationswert eines Kalkdüngers zu ermitteln, der Aufschluss über die pH-Wirksamkeit gibt, wird der Gehalt an MgO mit 1,4 multipliziert und zum CaO-Gehalt hinzuaddiert. Je höher dieser Wert, desto grösser ist die Wirkung des Kalkdüngers auf den pH-Wert des Bodens. Es gilt jedoch zu beachten, dass der MgCO3-Anteil langsamer wirkt als der CaCO3-Anteil.